Westfalenspiegel: Teleshopping aus der Nachbarschaft

Teleshopping erlebt im Corona-Lockdown einen Boom. Mit „Lokal at home“ ist in der münsterländischen Kleinstadt Dülmen ein lokaler Shoppingkanal gestartet. Ziel ist es, die Geschäfte vor Ort zu präsentieren.

Bei „Lokal at home“ stellen Dülmener Einzelhändler ihre Waren auf der Online-Plattform in einer Art TV-Show per Videostream vor, teils live und teils als Aufzeichnung. Auch soziale Unternehmen, Kulturakteure  und Sporttrainer gehen im „Schaufenster für Dülmen“ auf Sendung. Gefällt den Zuschauern zum Beispiel ein Topf, ein Messer-Set oder auch ein Holzspielzeug, dann können sie das Stück im zugehörigen Online-Shop gleich erwerben. „Durch eine schnelle Lieferung, möglichst am gleichen Tag, wollen wir zeigen, dass wir besser sind als große Online-Händler“, sagt der Dülmener Marketingspezialist Harald Wehmeyer. 

Gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus Dülmen hat er den lokalen Shoppingkanal entwickelt. Gedreht und gesendet wird aus einem Studio im Kolpinghaus Dülmen. Zahlreiche lokale Betriebe sind an der Produktion beteiligt. Die Einzelhändler haben Sendezeit gekauft und stellen sich selbst vor die Kamera. „Es gibt bei ihnen eine große Motivation, aus dem Stillstand herauszukommen und auch im Lockdown etwas zu bewegen“, so Wehmeyer. Dass die Produktpräsentationen nicht immer perfekt seien, gehöre dazu. „Der lokale Bezug und das Authentische stehen für uns im Mittelpunkt.“

In dieser Woche ist „Lokal at home“ erstmals auf Sendung gegangen. Dülmens Bürgermeister Carsten Hövekamp spricht von einem „bundesweit einmaligen Projekt“. Harald Wehmeyer ist stolz auf die gemeinsame Initiative der Dülmener Betriebe. Es gebe bereits Interesse aus anderen Städten, berichtet er. 

wsp

Quelle: Westfalenspiegel, 18.02.2021

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